Aktueller Mindestlohn und Erhöhung erklärt!

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Aktualisiert: 25.10.2022 Lesedauer: ca 3min

Am 1. Oktober 2022 wurde der Mindestlohn zum dritten Mal in dem Jahr erhöht. Der aktuelle Mindestlohn liegt nun bei 12€ Brutto in ganz Deutschland. Doch wozu ist der Mindestlohn eigentlich da? Wird noch eine Erhöhung kommen und welche Folgen hat das auf den Arbeitsmarkt? Wir erklären dir kurz und einfach alles, was du über Mindestlohn, Mindestlohnerhöhung und den aktuellen Mindestlohn wissen musst! 

Was ist der Mindestlohn?

Gute Arbeit und Fleiß gehören auch dementsprechend bezahlt. Daher gibt es seit 2015 einen gesetzlichen Mindestlohn, der festlegt, wie viel eine Arbeitnehmerin mindestens für ein faires Arbeitsverhältnis verdienen soll. Der Mindestlohn ist eine Lohnuntergrenze und bestimmt somit, wie viel Arbeitgeberinnen ihren Arbeitnehmerinnen mindestens zahlen müssen. Der gesetzliche Mindestlohn wurde 2015 eingeführt und betrug damals 8,50€ Brutto pro Stunde. 

Aktueller Mindestlohn 2022

Der Mindestlohn wurde im Jahr 2022 drei Mal erhöht. Zuerst am 1. Januar auf 9,81€ Brutto und noch einmal am 1.Juli auf 10,45€ Brutto pro Stunde. Der aktuelle Mindestlohn ist seit dem 1. Oktober 2022 gültig und beträgt 12€ pro Stunde (brutto). Das bedeutet, während man bisher bei einem Mindeststundenlohn ca. 1.800€ Brutto pro Monat bekommen hat, verdient man mit dem aktuellen Mindestlohn ca. 2.080€ Brutto pro Monat. 


Wer profitiert vom Mindestlohn?

Über 6 Millionen Menschen in Deutschland profitieren von der Mindestlohnerhöhung. Dabei sind besonders Menschen im Osten Deutschlands und Frauen betroffen. Das liegt daran, dass im Vergleich zum Westen und Süden Deutschlands die Löhne und Kosten im Osten Deutschlands geringer sind. Viele Frauen profitieren davon, da sie öfter in Teilzeitverhältnissen arbeiten und besonders Teilzeitbeschäftigte, Neueinsteigerinnen und geringfügig Beschäftigte oft nur den Mindestlohn bekommen.

Mindestlohn und Minijob

Die neue Mindestlohnerhöhung sorgt auch für Veränderungen für den Minijob. Denn die Minijobgrenze muss ebenfalls von 450€ pro Monat auf 520€ pro Monat erhöht werden. Das soll ermöglichen, dass Minijobberinnen bei 10 Stunden Arbeit den Mindestlohn von 12€ erhalten können und trotzdem nicht die Mindestlohngrenze überschreiten.

Für wen gilt der Mindestlohn nicht?

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass der Mindestlohn für alle Arbeitnehmerinnen ab 18 Jahren gilt. Darunter können manchmal auch Praktikantinnen fallen, aber nicht immer. Ohne  Arbeitsverhältnis steht dir kein Mindestlohn zu. 

Folgende Personengruppen haben keinen Anspruch auf den Mindestlohn: 

  • Azubis nach dem Berufsbildungsgesetz

  • Menschen im Arbeitsbereich an anerkannten Werkstätten

  • Teilnehmerinnen einer Ausbildungsförderung

  • Ehrenamtliche Tätige

  • Freiwillige Diensttätige

  • Langzeitarbeitslose innerhalb der ersten 6 Monate nach Einstieg 

#hokifyerklärt: Ob Praktikantinnen der Mindestlohn zusteht, hängt vom Arbeitsverhältnis ab. Pflichtpraktikantinnen, die ein Praktikum im Zuge ihrer Ausbildung machen und somit in einem Ausbildungsverhältnis sind, steht der Mindestlohn nicht zu. Praktikantinnen, die hingegen ein Arbeitsverhältnis haben, haben Anspruch auf den Mindestlohn. 

Mindestlohn und Arbeitsmarkt

Die Erhöhung des Mindestlohnes hat sowohl Auswirkungen auf die Arbeitnehmerinnen als auch auf die Arbeitgeberinnen. Für Arbeitnehmerinnen bedeutet ein höherer Mindestlohn eine bessere Bezahlung, denn im Vergleich zum Vorjahr ist der Mindestlohn um über 22% gestiegen. Höheres Entgelt für die Arbeitnehmerinnen bedeutet aber auch höhere Produktions- und Lohnkosten für die Arbeitgeberinnen. Um zu beurteilen, ob der erhöhte Mindestlohn dadurch auch Auswirkungen auf die Inflation hat, ist es jedoch noch zu früh. 

Wann wird der Mindestlohn nochmal erhöht?

Mindestlohnanpassungen finden immer auf Vorschlag der Mindestlohnkommission statt. Der nächste Mindestlohnvorschlag ist für den 30. Juni 2023 geplant und würde ab Januar 2024 in Kraft treten. Sprich eine weitere mögliche Mindestlohnerhöhung könnte im Januar 2024 kommen. 

Tariflicher Mindestlohn

Viele Tarifverträge haben auch eigene Mindestlohnangaben, die vom gesetzlichen Mindestlohn abweichen. Grundsätzlich gilt: kein tariflicher Mindestlohn darf unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen. Falls du in einer Branche mit einem Tarifvertrag arbeitest, gilt der Mindestlohn vom Tarifvertrag. 

Fazit

Seit Oktober 2022 verdienst du daher in einem regulären Arbeitsverhältnis mindestens 12€ Brutto pro Stunde. Ausgenommen vom Mindestlohngesetz sind unter anderem Personen unter 18 Jahren, Azubis und freiwillig Tätige. Für Teilzeitbeschäftigte, Minijobber und über 6 Millionen Menschen in Deutschland ist die Mindestlohnerhöhung jedoch ein großer Gewinn.

Xheva (ausgesprochen: Tschewa, you're welcome) studiert, wenn sie nicht gerade in Bücherwelten und Tagträumen versinkt, Kommunikationswirtschaft. Für die hokify Karriere-Tipps befasst sie sich hauptsächlich mit den Themen Lehre, Ausbildung und Bewerbung. Damit du bei der Jobsuche nicht so sehr verzweifelst wie sie, hat sie alle Tipps und Insiderinfos für dich, die sie auch gerne am Anfang gehabt hätte.

Ausschließlich zum Zweck der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung von männlichen und weiblichen Sprachformen verzichtet. Alle Personenbezeichnungen sind dementsprechend geschlechtsneutral zu verstehen.

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