Was bedeutet freiberuflich arbeiten?

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Aktualisiert: 01.09.2022 Lesedauer: ca 3min

Frau schaut auf Laptop

Der Begriff Freiberufler wird oft mit dem Begriff Freelancer gleichgestellt und als Synonym verwendet. Doch was bedeutet es eigentlich, ein Freiberufler zu sein? Worin unterscheiden sich Freiberufler und Freelancer überhaupt? Und wie sieht es mit den Steuern und Einkommen aus? Wir erklären dir, was freiberuflich bedeutet, wo der Unterschied zwischen Freelancer und Freiberufler liegt und welche Auswirkungen das auf Einkommen, Steuern, Nebenjob und Home-Office hat! 

Was bedeutet freiberuflich?

Freiberuflich zu sein bedeutet, dass du selbstständig in einem Beruf tätig bist, der in Deutschland als Teil der freien Berufe angesehen wird. Freie Berufe sind z.B. Ärztinnen,  Wissenschaftlerinnen, Wirtschaftsprüferinnen, Kunst- und Kulturberufe, Unterricht, Recht und Steuerberufe und viele andere Berufe. Was als freier Beruf gilt und was nicht, ist im Einkommensteuergesetz festgelegt und hängt vom Finanzamt ab. Berufe, die gewerbliche Kammern haben, wie Industrie und Handel, zählen zum Beispiel nicht zu den freien Berufen. Freiberufler haben spezielle Qualifikationen und Fertigkeiten, durch die sie in den freiberuflichen Bereichen wie beispielsweise Erziehung oder Kunst arbeiten können. 

Beispiele für freie Berufe

  • Ärzte

  • Rechtsanwälte 

  • Wirtschaftsprüfer

  • Steuerberater

  • Architekten

  • Ingenieure

  • Sachverständige

  • Journalisten

  • Schriftsteller

  • Dolmetscher

  • Wissenschaftler

  • Künstler

  • Erzieher 

  • uvm. 

Unterschied Freelancer vs. Freiberufler

Sind Freiberufliche aber dasselbe wie Freelancer? Nein. Wenn du freiberuflich tätig bist, bist du selbstständig, in einem unterrichtenden, wissenschaftlichen, künstlerischen oder schriftstellenden Beruf tätig. Das bedeutet, du arbeitest in einem als freien Beruf anerkannten Bereich! Freelancer hingegen sind freie Mitarbeiter, die selbstständig für unterschiedliche Unternehmen arbeiten bzw. Aufträge des Unternehmens ausführen. Freelancer haben dadurch auch oft mehrere Jobs bzw. bieten mehreren Unternehmen gleichzeitig ihre Dienste an. 

Im Grunde kannst du dir merken, dass “freiberuflich” die Tätigkeit bezeichnet und “Freelancing” sich auf das Arbeitsverhältnis bezieht. Das heißt, ein Freiberuflicher kann auch ein Freelancer sein, ein Freelancer ist aber nicht zwingend freiberuflich. Du kannst nämlich als Freelancer auch in einem gewerblichen Beruf arbeiten! 

Wie melde ich mich als Freiberufler an?

Um freiberuflich zu arbeiten, musst du dich beim Finanzamt anmelden und die nötigen Dokumente dort vorlegen. Da keine Gewerbepflicht besteht, musst du keine Gewerbeanmeldung machen. Du musst dich auch nicht im Handelsregister eintragen. Solange du dich beim Finanzamt als freiberuflich anmeldest und das akzeptiert wird, ist alles in Ordnung! 

Steuern für Freiberufliche

Freiberufliche zahlen keine Gewerbesteuer, müssen aber die Einkommenssteuer bezahlen. Wie hoch die Einkommensteuer ist, hängt immer von deinem Gehalt ab. Wichtig zu beachten ist, dass du die Einkommensgrenze nicht überschreitest, wenn das geschieht, bist du nämlich umsatzsteuerpflichtig. 

Als Freiberufler musst du dich auch um deine Steuererklärung kümmern und generell immer einen Überblick über deine Steuern haben. Oft macht es Sinn einen Steuerberater zur Hilfe zu ziehen, da sich diese besser auskennen und dir weiterhelfen können. Du kannst dich aber auch immer beim Finanzamt erkundigen und nachfragen, falls du bezüglich der Steuern unsicher bist. 

Home-Office und Nebenjob

Du kannst auch freiberuflich als Nebenjob arbeiten, das würde bedeuten, dass du nebenberuflich selbstständig bist. Es bietet sich oft an, neben seiner Haupttätigkeit freiberuflich zu arbeiten, um mehr Erfahrungen zu sammeln und sich andere berufliche Wege zu öffnen. 

#hokifyerklärt: Ein Nebenjob neben deinem Hauptjob ist nicht verkehrt, wichtig ist nur, dass du deinen Arbeitgeber darüber informierst, dieser muss nämlich von deinen anderen beruflichen Tätigkeiten Bescheid wissen. 

Freiberufliche Jobs lassen sich auch in vielen Fällen super mit Home-Office kombinieren. Besonders schriftstellende und künstlerische Berufe wie Autorinnen, Journalistinnen und Web-Designerinnen sind optimal fürs Home-Office geeignet! Kennst du schon die 5 besten Home-Office-Jobs? 

Einkommen

Wie viel du als Freiberufler schlussendlich verdienst, hängt von deiner Arbeit und deinen Aufträgen ab. Da du als Freiberufler im Grunde selbstständig bist, musst du dich selbst darum kümmern, dein Einkommen für den Monat zu generieren. Oft wird das von Monat zu Monat anders sein. 

Fazit

Freiberuflich zu sein hat seine Vorteile - es ist im Gegensatz zu gewerblichen Berufen mit weniger Formalitäten und Bürokratien verbunden und bietet dir mehr Selbstständigkeit und Flexibilität. Freiberufliche Tätigkeiten lassen sich auch super mit Home-Office verbinden. Die wichtigsten Punkte sind sich beim Finanzamt anzumelden und die Einkommensteuer zu zahlen!

Xheva (ausgesprochen: Tschewa, you're welcome) studiert, wenn sie nicht gerade in Bücherwelten und Tagträumen versinkt, Kommunikationswirtschaft. Für die hokify Karriere-Tipps befasst sie sich hauptsächlich mit den Themen Lehre, Ausbildung und Bewerbung. Damit du bei der Jobsuche nicht so sehr verzweifelst wie sie, hat sie alle Tipps und Insiderinfos für dich, die sie auch gerne am Anfang gehabt hätte.

Ausschließlich zum Zweck der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung von männlichen und weiblichen Sprachformen verzichtet. Alle Personenbezeichnungen sind demnach geschlechtsneutral zu verstehen.

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