How To: Richtig Telefonieren beim Bewerben

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Aktualisiert: 26.09.2022 Lesedauer: ca 4min

frau beim bewerbungsgespräch am telefon auf der couch mit laptop vor sich

Auch in Zeiten von Videochats, Sprachnachrichten und Co. kann es durchaus sein, dass dein Handy zwischendurch mal klingelt - vielleicht sogar mit einer unbekannten Nummer?! Oft stellt sich heraus, dass es das Unternehmen ist, bei dem du dich vor Kurzem beworben hast. Die Personaler möchten dich bei einem kurzen Telefon-Interview besser kennenlernen und dir ein paar Fragen stellen Sie führen eine sogenannte Vorselektion durch, um herauszufinden, ob du ein guter Fit für die Position sein könntest. Das ist nichts, wovor du zittern musst, denn jetzt ist deine Chance gekommen! Hier kommen fünf Tipps um dein Bewerbungsgespräch am Telefon zu rocken und richtig zu telefonieren!

1. Vorbereitung ist alles

Bevor du angerufen wirst, am Besten schon während du deine Bewerbung vorbereitest, solltest du dich auf ein mögliches Bewerbungsgespräch via Telefon vorbereiten. Spiele alle möglichen Fragen mehrmals im Kopf durch und leg dir passende Antworten zurecht! 0815-Fragen wie „Warum haben sie sich gerade bei uns beworben?“ oder „Wo sehen sie sich in fünf Jahren?“ werden ziemlich sicher auf dich zukommen. Denk vorab darüber nach und leg dir die richtigen Antworten zurecht, um beim Telefonieren nicht ins Fettnäpfchen zu treten. Welche das wären, ist natürlich abhängig vom jeweiligen Unternehmen. Hier gilt es den Fokus auf deine berufliche Perspektive zu legen und auf keinen Fall negativ über deine momentane, bzw. letzte Firma zu sprechen. Das würde nur ein schlechtes Licht auf dich werfen.

#hokifyexpertentipp: Auch wenn dein Interview nicht am Telefon stattfindet, solltest du dich immer vorbereiten! Dazu gehört auch, sich ein wenig Wissen über das Unternehmen anzueignen und im Hinterkopf zu behalten, was du in deiner Bewerbung angegeben hast.

Vorstellungsgespräch am Telefon #1 - Telefoninterview vorbereiten

2. Der erste Eindruck zählt

Das Wichtigste zuerst: Cool bleiben! Auch wenn dich der Anruf überrascht, lass dir das nicht anmerken. Dazu gehört auch eine professionelle Begrüßung und ein Dankeschön für den Anruf. Versuch mit natürlicher Stimme ruhig zu bleiben und keine überschwänglichen Dankesreden aufzusetzen, sondern kurz und bündig zum Punkt zu kommen. Wenn du im Augenblick nicht sprechen kannst, sei es in der Arbeit neben Kollegen oder in der U-Bahn, vereinbare höflich und schlicht einen Rückruf. Das ist sehr viel besser, als leise und unverständlich ins Telefon zu nuscheln. Dafür kannst du die folgenden Formulierungen verwenden:

  • "Guten Morgen, hier spricht Frau Meier."

  • "Guten Tag, vielen Dank für Ihren Anruf!"

  • "Hallo, Meier spricht. Wie kann ich Ihnen helfen?"

  • "Tut mir Leid, ich bin leider gerade beschäftigt. Wäre es möglich, dass ich Sie in einer halben Stunde zurückrufe?"

  • "Ich bin leider gerade unterwegs und kann deswegen nicht gut sprechen. Könnten Sie mich am Nachmittag nochmal anrufen?"

  • "Ich freue mich, von Ihnen zu hören! Leider ist der Zeitpunkt gerade nicht ideal, darf ich Sie morgen Vormittag zurückrufen?"

3. Aktiv zuhören und Aufmerksamkeit signalisieren

Was kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach. Es bedeutet, deine Gegenüber in Ruhe zu Ende sprechen zu lassen, nicht dazwischen zu reden und leise bestätigende Töne von sich zu geben. Das signalisiert, dass du Respekt vor deiner Gesprächspartnerin hast und alles verstehst, was diese sagt. Auch Zwischenfragen oder zustimmende Worte ("Ja", "Genau", "Verstehe" etc.) signalisieren dass du mit den Gedanken beim Gespräch bist und Interesse hast. So gibst du nicht nur deinem Gegenüber ein gutes Gefühl sondern zeigst auch, dass dich das Unternehmen interessierst und du das telefonische Bewerbungsgespräch ernst nimmst.

#hokifyexpertentipp: Rede über dich! Der Sinn des Gespräches ist, dass die Recruiterin dich kennenlernt - das funktioniert nur, wenn du auch bereit dazu bist, Informationen über dich preiszugeben. Versuche, immer ein bisschen mehr zu sagen als nur "ja" oder "nein" zu antworten und deine Persönlichkeit durchscheinen zu lassen.

4. Kein Stress

Auch wenn die Situation ungewohnt für dich ist: bleib ruhig und lass dich nicht stressen. Wenn du auf eine Frage keine sofortige Antwort hast, lass die ruhig ein paar Sekunden Zeit nachzudenken und deine Sätze zu formulieren. Kurze Pausen sind bei einem Telefonat ganz normal und machen keinen schlechten Eindruck. Im Gegenteil, es zeigt dass du ruhig bleibst und dir Zeit nimmst, über die Fragen nachzudenken. Du kannst auch kurze Übergange einbauen, während du überlegst. Sogenannte "Leerphrasen" wie z.B.: „Nun ja, genau gesagt sieht das so aus, …“ oder „Ja, verstehe. Natürlich …“ können dir hier ein wenig Zeit verschaffen. Trotzdem solltest du darauf achten, nicht zu viele Füllwörter zu verwenden oder um den Punkt herum zu stammeln - denn das wirkt genauso unprofessionell, wie eine zu lange Pause.

#hokifyexpertentipp: Bist du dir bei einer Frage unsicher oder kannst darauf noch keine Antwort geben (zum Beispiel weil du nicht auswendig weißt, wann genau du den neuen Job antreten könntest), bleib ehrlich. Lügen fliegen meist entweder nach kurzer Zeit auf oder erweisen sich später im Bewerbungsprozess als Problem. Formulierungen wie "Ich kann Ihnen darüber gerade keine genaue Auskunft geben, melde mich aber gerne nochmals sobald ich Genaueres weiß" können dir dabei helfen.

5. Interesse zeigen

Falls du gefragt wirst, ob du noch irgendwelche Fragen hast, solltest du auch diese Gelegenheit nutzen! So zeigst du der Person am anderen Ende der Leitung, dass du wirklich Interesse am Job hast. Simple Fragen alá „Wie viele Mitarbeiterinnen sind ungefähr bei ihnen tätig?“ oder „Mit welchen Verkehrslinien erreiche ich sie am schnellsten?“ reichen dazu völlig aus. Diese Rückfragen beruhen auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit und schaffen unbewusst ein wohlig ausgeglichenes Verhältnis zum Gesprächspartner. Außerdem hast du so auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die du vielleicht noch zu dem Unternehmen oder dem Job hast.

#hokifyexpertentipp: Das kannst du natürlich auch machen, wenn du nicht explizit danach gefragt wirst - vielleicht ergibt sich ja am Ende die Möglichkeit mit einem kurzen "Ich wollte Sie gerne noch fragen..." ein paar Antworten zu bekommen.

Fazit

Was im ersten Moment vielleicht schwierig klingt, ist eigentlich ganz einfach: Bleib ruhig, zeig dein Interesse, achte auf den ersten Eindruck, stell Fragen und erzähl von dir. Im Wesentlichen unterscheidet sich ein Bewerbungsgespräch am Telefon nicht allzu sehr von einem in-Person Bewerbungsgespräch oder einem Videocall, du solltest jedoch darauf achten, auch über das Telefon dein Interesse zu signalisieren und deine Persönlichkeit zu zeigen.

Julia ist gut darin, die Schwerkraft auszutricksen und schlecht darin, Zimmerpflanzen am Leben zu halten. Ihre Leidenschaft für Sprache hat sie über die Tourismusindustrie zur Kommunikationsbranche geführt, wo sie derzeit ihr Masterstudium absolviert. In den hokify Karriere-Tipps versorgt sie dich regelmäßig mit den wichtigsten Tipps, Tricks und Infos rund um den Arbeitsalltag (inklusive dessen rechtlichen Regelungen) und den Arbeitsmarkt, damit du hoffentlich informierter in dein Berufsleben startest, als sie es anfangs war.

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