Alles zum Thema Recruiting und HR Management

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Aktualisiert: 10.03.2022 Lesedauer: ca 5min

Zwei Menschen, die Hände schütteln

Erfolgreiches Recruiting und HR Management ist in den letzten Jahren zur Herausforderung geworden, insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels. Die Personalsuche hat sich in den letzten Jahren wesentlich geändert: Stellenanzeigen sind oft nur noch online zu finden, Videos werden im Recruiting immer wichtiger und Employer Branding ist mittlerweile fixer Bestandteil vieler HR-Abteilungen. Wir geben Ihnen Einblicke und Informationen, wie modernes Recruiting in Ihrem Unternehmen umgesetzt werden kann und informieren Sie über Employer Branding, Social Media Recruiting und Co.

Was bedeutet eigentlich Recruiting?

First things first! Unter “Recruiting” oder “Personalbeschaffung” verstehen wir einen Teil der Personalwirtschaft, der sich mit der Deckung des Personalbedarfs in einem Unternehmen befasst. Dabei sollen vor allem zielgerichtet qualitative KandidatInnen für das Unternehmen gewonnen werden. Nachdem die Anforderungen an das Recruiting je nach Unternehmen sehr unterschiedlich sind, müssen je Unternehmen, Branche und Berufsgruppe eigene Strategien zur Personalwerbung geschaffen werden. 

Die Basis für eine Recruiting-Strategie können vier einfachen Frage liefern:

  • Wie viele MitarbeiterInnen brauche ich im Unternehmen?

  • Welche Qualifikationen sollen zukünftige MitarbeiterInnen erfüllen?

  • Wann benötige ich neue MitarbeiterInnen im Unternehmen?

  • Wo werden MitarbeiterInnen benötigt?

Daneben stellt sich immer öfter die Frage: Wo erreiche ich potentielle Kandidaten? Bei der Frage nach dem passenden Recruiting-Kanal kann grundsätzlich zwischen “interner” und “externer” Personalbeschaffung unterschieden werden.

Interne Personalbeschaffung

Unter interner Personalbeschaffung werden Maßnahmen verstanden, die innerhalb des eigenen Unternehmens geschehen. Dazu zählen zum Beispiel Personalentwicklung, interne Stellenausschreibungen, Strukturanpassungen im Unternehmen und etwa die Anordnung von Überstunden. In diesen Bereich fällt zudem das aktive Recruiting, über firmeninterne Karriereplattformen, um bedarfsbezogen nach potentiellen Mitarbeitern im Konzern oder Unternehmen zu suchen. Die interne Personalbeschaffung fällt in den Aufgabenbereich der Personalabteilung und der Human Resources.

Externe Personalbeschaffung

Unter externer Personalbeschaffung werden alle Recruiting Maßnahmen summiert, die außerhalb des Unternehmen stattfinden. Dabei wird oft mit externen Partnern wie Karriereportalen, öffentlichen Einrichtungen, wie der Bundesagentur für Arbeit oder dem Arbeitsmarktservice, und Job-Plattformen zusammengearbeitet. Zur externen Personalbeschaffung zählen Employer Branding, Social Media Recruiting, Personalvermittlung, Informationsveranstaltungen & Messen sowie Hochschulmarketing. 

Stellenbeschreibung & Stellenanzeige

Mit Hilfe einer Stellenbeschreibung wird abgesteckt, welche Anforderungen eine Stelle hat und wie sie sich in die Organisation eingliedert. Dazu werden Ziele, Kernaufgaben und Kompetenzen der Stelle erfasst. Daraus kann eine Stellenanzeige abgeleitet werden.

Die Stellenanzeige ist eine Annonce, also eine Anzeige, die über die offene Stelle in einem Unternehmen informieren soll und ist oft der erste Kontaktpunkt zwischen Jobsuchenden und Unternehmen. Damit Jobsuchende eine Job-Annonce auch finden gibt es verschiedene Möglichkeiten, Reichweite für ein Inserat zu generieren. Eine Stellenanzeige besteht im Wesentlichen aus fünf Bestandteilen:

  • Grundinformationen: Jobtitel, Unternehmen, Arbeitsort, Beschäftigungsart, Gehalt

  • Stellenbeschreibung

  • Aufgabenprofil

  • Anforderungsprofil

  • Unternehmensvorstellung

Wie gestaltet man eine perfekte Stellenanzeige? Details dazu finden Sie hier.

Social Media Recruiting

Klassische Recruiting Maßnahmen führen immer seltener zum gewünschten Erfolg. In Zeiten des Fachkräftemangels sind bestimmte Branchen regelrecht leergefegt. In Konjunkturphasen steigt der Personalkräftebedarf oft sprunghaft an und viele Unternehmen buhlen um wenige qualifizierte Fachkräfte. Damit müssen immer wieder neue Kanäle in das Recruiting aufgenommen werden. Eine lohnende Möglichkeit, aktiv auf potentielle Kandidaten zuzugehen, ist das Social Media Recruiting.

Die tägliche Social Media Nutzung im DACH-Raum nimmt Jahr für Jahr zu. Knapp 80 Prozent der österreichischen Bevölkerung sind Social Media Nutzer. Die wichtigsten Social Media Plattformen, die sich für Recruiting Maßnahmen eignen, sind: Facebook, Instagram, TitTok, Snapchat und Youtube. Besonders junge Menschen verbringen Tag für Tag viel Zeit auf Social Media und lassen sich hier nativ ansprechen. Dazu bieten Social Media Plattformen die Chance Ihre Zielgruppe passgenau anzusprechen. Das Targeting kann über Interessen, den Ort und etwa das Alter erfolgen. Potentielle Kandidaten werden damit mit den richtigen Stellenanzeigen erreicht.

#hokifyexpertentipp: Nutzen Sie alle Kanäle, die Ihnen als Unternehmen zur Verfügung stehen, für Recruiting Maßnahmen. 

Mobile Recruiting

Das Smartphone ist das Device, auf dem wir jeden Tag mehrere Stunden Zeit verbringen. Viele Dinge wickeln wir mittlerweile ganz automatisch über Apps ab: neben Chatten, Musik hören und Banking, findet auch die Jobsuche und Bewerbung immer öfter am Smartphone statt. Mobile Recruiting ist aber mehr als Karriereseiten und Stelleninserate mobil zu optimieren, es geht vielmehr darum, den gesamten Prozess der Jobsuche und Bewerbung sinnvoll und optimiert auf das Smartphone zu übertragen.  

Damit eine Bewerbung mobil möglich ist, muss der Prozess  auf das Smartphone abgestimmt werden:

  • Abfragen müssen im Chatformat Schritt für Schritt am Smartphone möglich sein. 

  • Ein Lebenslauf muss in Zukunft so schnell verschickt werden können, wie ein Foto über Whatsapp. 

  • Informationen über das Unternehmen müssen einfach zugänglich, mobil-optimiert und treffend formuliert sein. 

  • Videobewerbungen müssen einfach und unkompliziert eingefügt werden können.  

  • KandidatInnen müssen von der Anzeige ohne Umwege direkt zur Bewerbung gelangen können - ohne Umwege, Zwischenseiten oder Emails. 

#hokifyexpertentipp: Bei einer mobilen Jobplattform wie hokify sind all diese Aspekte bereits abgedeckt und die Candidate Journey ist mobil optimiert und auf das Smartphone ausgelegt. So können sich Unternehmen auf den Inhalt ihrere Stellenanzeigen konzentrieren - hokify erledigt den Rest. 

Employer Branding

Erfolgreiches Employer Branding bringt nicht nur großen Mehrwert für das Unternehmen an sich, sondern hat auch einen positiven Einfluss auf das Recruiting und Bewerbungsprozesse. Dabei handelt es sich um einen unternehmensstrategischen Ansatz mit dem Ziel, das eigene Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber bei potenziellen und aktuellen MitarbeiterInnen zu positionieren. Im besten Fall wird dabei eine authentische Arbeitgebermarke aufgebaut, die attraktiv für passive KandidatInnen ist und das Unternehmen von der Konkurrenz abhebt. 

Für den Aufbau dieser Marke muss zuerst ein Bewusstsein für Employer Branding im Unternehmen aufgebaut werden. Gibt es keine eigene Personalmarketingabteilung, liegt die Hauptverantwortung dafür meist beim HR- und Marketing-Team. Gemeinsam wird in einer Ist-Analyse der Bedarf und die Potenziale erhoben und basierend darauf die Ziele des Empolyer Branding Prozesses definiert. Im Anschluss wird die angestrebte Positionierung sowie Maßnahmen für die Umsetzung der Strategie festgelegt.

Die Employer Brand muss zur allgemeinen Company Brand passen und sich konsequent durch alle internen und externen Aspekte der Human Resources und des Recruiting ziehen. Sowohl externe Kommunikation wie Stellenanzeigen, Bewerbungsprozesse, Arbeitgeberprofile oder Social Media Auftritte, als auch interne Maßnahmen wie Mitarbeitergespräche, Befragungen und Austausch untereinander tragen zum Aufbau der Employer Brand bei. 

Video im Recruiting

Was haben Instagram Reels, Dance TikToks und Youtube DIY Anleitungen gemeinsam? Sie sind alle im Videoformat! Bewegtbild wird vor allem bei der jungen Zielgruppe immer wichtiger - auch im Recruitingprozess. Ob durch die native Ansprache auf Videoplattformen oder kurzen Bewerbungsinterviews: Videos bieten neue Möglichkeiten, die Zielgruppe abzuholen und so qualitative BewerberInnen für das Unternehmen zu generieren. 

Neben Text- und Bildmaterial lassen sich immer öfter auch Videos in Stellenanzeigen und Firmenprofile einfügen. Das ist eine gute Möglichkeit, um die Aufmerksamkeit der KandidatInnen zu gewinnen und sich von der Konkurrenz abzuheben. Diese Videos können auch auf Social Media Plattformen gestreut werden, um potenzielle KandidatInnen in ihre gewohnten Umgebung anzusprechen. Doch auch im Mobile-Frist Bewerbungsprozess spielen Videos eine wichtige Rolle: KandidatInnen können kurze Videos von sich selbst aufnehmen, um sich vorzustellen und ihre Motivation darzulegen. Das ist auch für Recruiter eine einfache und schnelle Möglichkeit, KandidatInnen besser kennenzulernen, ohne direkt lange Bewerbungsgespräche zu führen. 

#hokifyexpertentipp: 70% der Videos werden auf dem Smartphone geöffnet, dementsprechend sollten im Recruiting eingesetzte Videos immer im Hochformat (Portrait Mode) sein. Querformat (Landscape) ist vor allem wenn die Videos auch über Social Media ausgespielt werden sollen, zu vermeiden. 

Lehrlingsrecruiting

Obwohl jährlich über 30.000 junge Menschen eine Lehre beginnen, sind derzeit über 5.000 Lehrstellen unbesetzt. Je nach Branche und Region kommt es zu einem regelrechten Kampf um Lehrlinge. Wie kann man sich im Lehrlingsrecruiting den entscheidenden Vorteil verschaffen? 

Zuerst müssen sich Lehrbetriebe die Frage stellen, wo man die gesuchte Zielgruppe am Besten erreicht. Die Kommunikation der Generation Z findet großteils online statt - in Form von Chatnachrichten, Social Media Posts und Videocalls. Dementsprechend suchen gerade Jugendliche vor allem online nach Lehrstellen und Jobs. Wer als Unternehmen hier nicht mit ansprechenden Stellenausschreibungen und einem einfachen Bewerbungsprozessen präsent ist, verliert potenzielle KandidatInnen. Die Kontaktaufnahme und die Bewerbung müssen einfach und “niederschwellig” sein: Kann man einfach via Chat oder Email Kontakt aufnehmen, oder muss angerufen werden? Welche Dokumente sind in der Bewerbungsmappe wirklich notwendig? Gibt es die Möglichkeit, das Unternehmen unverbindlich kennenzulernen? All das sind Fragen, die sich junge Menschen während des Bewerbungsprozesses stellen. 

Dazu kommt die geographische Lage des Betriebs: während im Westen Österreichs händeringend Lehrlinge gesucht werden, herrscht in Wien eher ein Überschuss an jungen Menschen, die Lehrstellen suchen. Eine gute Positionierung als attraktiver Arbeitgeber, gute Gehaltsentwicklung und die Möglichkeit für Lehrlinge, sich im Unternehmen weiterzuentwickeln, sind Möglichkeiten potenzielle Lehrlinge anzusprechen. Dabei ist es wichtig, authentisch zu bleiben und relevante Informationen für die Zielgruppe zu bieten. Unternehmen müssen nicht nur ihre Werte und Alleinstellungsmerkmale klar kommunizieren, sondern auch dazu stehen.  

Wichtig ist es also, auf die Mediennutzung der Digital Natives Rücksicht zu nehmen und nicht nur eine Lehrstelle, sondern auch eine unkomplizierte Bewerbung und Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft zu bieten. Die Kommunikation muss relevant und authentisch sein, um junge Menschen anzusprechen. 

Xheva (ausgesprochen: Tschewa, you're welcome) studiert, wenn sie nicht gerade in Bücherwelten und Tagträumen versinkt, Kommunikationswirtschaft. Für die hokify Karriere-Tipps befasst sie sich hauptsächlich mit den Themen Lehre, Ausbildung und Bewerbung. Damit du bei der Jobsuche nicht so sehr verzweifelst wie sie, hat sie alle Tipps und Insiderinfos für dich, die sie auch gerne am Anfang gehabt hätte.

Last Edited: 09.12.2021 by Xhevahire Sinani

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