Vorsicht, Falle! Die Tricks der Personaler beim Vorstellungsgespräch

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Aktualisiert: 26.09.2022 Lesedauer: ca 3min

Personaler schüttelt Bewerberin die Hand.

Ihre Methoden sind ausgefeilt, ihre Strategie wasserdicht und die Wortwahl ist rhetorisch perfekt. Sie wurden speziell dazu ausgebildet, die besten Kandidaten für ihre Firma zu finden. Sie kommen ins Besprechungszimmer hinein, wie Clint Eastwood in eine Siedlung voller Schurken: Die Personalverantwortlichen. Headhunter. Recruiter. HR-Verantwortlichen. Interviewer. Wie auch immer du sie nennst, einer von diesen hat dir mit großer Wahrscheinlichkeit bereits das ein oder andere sehr unangenehme Jobinterview bereitet - sei es mit schwierigen Fragen im Jobinterview, kritischem Nachfragen oder einem beobachtenden Blick. Doch das hat seinen Zweck und ist definitiv nichts Persönliches - es ist nämlich der Job eines Personalers deine Belastbarkeit zu testen und herauszufinden, wie du unter Stress reagierst. Während manche Unternehmen solche Situationen in einem Assessment Center simulieren, greifen andere auf das gute alte Bewerbungsgespräch zurück. Hier kommen 7 Strategien, die manche Recruiter anwenden, um dich auf Herz und Nieren zu testen!

Däumchen drehen

Oft kommt es vor, dass du (obwohl du überaus pünktlich zum Vorstellungsgespräch kommst) doch noch zusätzlich eine Weile warten musst. Dass kann natürlich an einer Terminverschiebung oder einem stressigen Tag liegen, kann aber auch eine Taktik sein. Sie dient dazu, deine Nervosität zu erhöhen und herauszufinden, wie geduldig du bist. Lass dich davon nicht verunsichern sondern bleib ruhig und entschuldige (kurze) Wartezeiten nonchalant. Wenn du länger als 15 bis 20 Minuten warten musst, ist es jedoch absolut angebracht, auch einmal nachzufragen - immerhin ist auch deine Zeit kostbar.

Bewerber ausforschen

Viele Personaler durchforsten das Internet, besonders die Social Media Plattformen, nach dir. Mit einem Foto deines letzten Trinkgelages möchte man dich aber nicht denunzieren, sondern deine diplomatischen Fähigkeiten kennenlernen. Wie reagierst du, wenn du damit konfrontiert wirst? Versuchst du, dich herauszureden oder stehst du dazu? Wie glaubwürdig ist deine Argumentation? Alles nicht so einfach - damit es gar nicht so weit kommt, lies unsere nützlichen Social Media Tipps für Bewerber!

Gleich zur Sache kommen

Am liebsten stellen Recruiter ihre zweideutigen Fragen gleich zu Beginn des Bewerbungsgesprächs. Zum Beispiel: „Warum haben sie sich für eine Position beworben, für die sie nur mäßig qualifiziert sind?“ Damit wollen sie herausfinden, ob du dich selbst für qualifiziert genug hälst, um den Job auszuüben. Vorsicht! Tappe nicht in die bestätigende Falle, sondern verneine solch gemeine Fragen strikt, aber mit höflicher Sachlichkeit und argumentiere deine Sicht der Dinge. Das zeugt von Selbstbewusstsein und Kompetenz. Alternativ kannst du auch nachfragen, was genau mit "mäßig qualifiziert" gemeint ist und dann darauf deine Antwort aufbauen.

Be prepared!

Wenn in deinem gewünschten Job (sehr) gute Englischkenntnisse erforderlich sind, solltest du gewappnet sein einen Teil der Unterhaltung, bzw. manchmal auch das ganze Vorstellungsgespräch auf Englisch zu führen. Du wirst es spätestens dann merken, wenn der Personaler plötzlich beginnt englisch zu sprechen. Solltest du im Lebenslauf ein wenig geflunkert haben was deine sprachlichen Fähigkeiten angeht, bist du nun ziemlich aufgeschmissen. Auch auf andere Fragen zu deinen Fähigkeiten und deiner Motivation solltest du vorbereitet sein. Was du neben Ehrlichkeit sonst noch in einem Lebenslauf zu beachten hast, erfährst du natürlich auch alles hier bei uns!

Vorstellungsgespräch - 9 Tipps zur Vorbereitung

Waren sie wirklich Space-Shuttle-Pilot?

Richtig taffe Personaler werden versuchen deine ganzen Erfahrungen und Kenntnisse im Lebenslauf in Frage zu stellen, um dich aus der Reserve zu locken: „Sie können in ihrem Alter gar nicht so viel Erfahrung haben, merkwürdig…“ Auch hierbei heißt es: cool bleiben und nicht provozieren lassen! Wenn du nicht allzu sehr übertrieben hast, kannst du auch gut darlegen, was du bisher alles gemacht hast. Auch wenn du schon mal auf dem Mond spazieren warst oder einen Dinosaurier aufgezogen hast.

Teamplayer

Lästern verboten! Lass dich niemals darauf ein, abfällig über andere Menschen zu sprechen. Egal wie sehr du deinen alten Vorgesetzten nicht leiden konntest, sprich nur gut über ihn und jede andere Person oder auch Gruppen auf die du eventuell angesprochen wirst. Negativ über Andere zu sprechen sagt meist mehr über dich aus, als über sie - nämlich dass du gerne lästerst oder vielleicht sogar Geheimnisse ausplauderst! Also spring nicht auf etwaige Anspielungen vom Personaler in diese Richtung an!

#hokifyexpertentipp: Wenn du nichts Positives über dein letztes Unternehmen sagen kannst, konzentriere dich auf die Basics. Fragt man dich, weshalb du den Job wechseln möchtest, berufe dich auf deine persönliche Entwicklung oder sag, dass es einfach nicht zu 100% gepasst hat.

Den Anschluss halten

In manchen Gesprächen wirst du unterbrochen. Und zwar ständig. Die Recruiter werden nachhaken und sticheln, um deine Nervenstärke und Konzentrationsfähigkeiten zu prüfen. Das soll dich aber nicht aus der Ruhe bringen! Behalte deinen normalen Gemütszustand bei und fahre da fort, wo du stehengeblieben bist, bzw. frag nach, ob du das Thema weiter ausführen sollst. Bleib konzentriert und bei der Sache, beziehe dich aber auch auf Fragen, die gestellt werden.

Fazit

Vergiss nie: Personaler machen das alles nicht aus Boshaftigkeit. Es ist ihr Job, deinen Charakter bestmöglich kennenzulernen, um herauszufinden ob du ein guter Fit für das Unternehmen bist. Außerdem ist nicht jede Frage eine versteckte Strategie und nicht jede Verspätung ein Trick. Es ist gut, zu wissen das diese Tricks vorkommen, aber du solltest nicht paranoid werden. Bleib locker, sei du selbst und mach das Beste daraus!

Julia ist gut darin, die Schwerkraft auszutricksen und schlecht darin, Zimmerpflanzen am Leben zu halten. Ihre Leidenschaft für Sprache hat sie über die Tourismusindustrie zur Kommunikationsbranche geführt, wo sie derzeit ihr Masterstudium absolviert. In den hokify Karriere-Tipps versorgt sie dich regelmäßig mit den wichtigsten Tipps, Tricks und Infos rund um den Arbeitsalltag (inklusive dessen rechtlichen Regelungen) und den Arbeitsmarkt, damit du hoffentlich informierter in dein Berufsleben startest, als sie es anfangs war.

Ausschließlich zum Zweck der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung von männlichen und weiblichen Sprachformen verzichtet. Alle Personenbezeichnungen sind demnach geschlechtsneutral zu verstehen.

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