Nicht für den Job geeignet? Das kannst du tun.

von Xhevahire Sinani

Aktualisiert: 23.11.2022 Lesedauer: ca 3min

Bewerber beim Bewerbungsgespräch

Jahrelange Berufserfahrung, Kenntnisse der unterschiedlichsten Systeme und Apps und am besten noch 3 Sprachen fließend sprechen - die Anforderungen in Stellenanzeigen nehmen oft kein Ende. Solltest du also direkt die Finger von einer Bewerbung lassen, wenn du die Anforderungen nicht ganz erfüllst oder dich trotzdem bewerben? Wir erklären dir, wie du den Job trotz fehlender Qualifikationen bekommst und haben drei Tipps für deine Bewerbung! 

Muss- vs. Soll-Kriterien

Jede Stellenanzeige unterteilt sich in zwei Bereiche, wenn es um deine Qualifikationen geht: “Muss”- und “Soll” (oder Kann)-Qualifikationen. Muss-Anforderungen, musst du, wie das Wort schon sagt, erfüllen. Sprich: diese Anforderungen sind dem Unternehmen besonders wichtig und ohne diese kannst du die gewünschte Arbeit nicht vollständig leisten. Ob eine Qualifikation eine Muss Anforderungen ist, erkennst du immer an der Formulierung. Sätze, die: setzen wir voraus, zwingend notwendig, besitzen etc. beinhalten, deuten immer auf eine Muss-Anforderungen hin. Dem gegenüber stehen Soll-Anforderungen, diese sind vom Unternehmen erwünscht, aber nicht zwingend notwendig. Diese erkennst du an Wörtern wie: wünschenswert, von Vorteil, idealerweise, gerne gesehen, hilfreich etc.


Falls du viele der Muss-Anforderungen nicht erfüllst, ist die Stelle nicht das Richtige für dich. Treffen hingegen einige der Soll Anforderungen nicht auf dich zu, ist das nicht schlimm - kein Unternehmen erwartet, dass 100% der Kriterien auf dich zutreffen. Du kannst deine fehlenden Soll-Qualifikationen oft durch andere Kenntnisse kompensieren bzw. dazulernen. 

Muss 

Soll/Kann 

zwingend notwendig

wünschenswert

wird vorausgesetzt

von Vorteil

Sie besitzen

gerne gesehen

sind selbstverständlich

idealerweise

#hokifyexpertentipp: Wenn ca. 80% der Anforderungen auf dich zutreffen, hast du gute Chancen auf die Stelle und solltest dich auf jeden Fall bewerben. Sind es Weniger, musst du dir genau überlegen, ob du trotzdem alle Muss-Anforderungen erfüllst - falls ja, dann bewirb dich ruhig! Ist das nicht der Fall, solltest du deine Zeit lieber in eine besser passende Stelle investieren. 

3 Tipps für die Bewerbung

Du hast eine Stelle gefunden, auf die du dich unbedingt bewerben willst, aber du erfüllst nicht ganz alle Anforderungen? Wir haben drei Tipps, wie du trotzdem deine Chancen für den Job erhöhen kannst: 

1. Hebe die Qualifikationen hervor, die du gut kannst 

Wenn du nicht allen Anforderungen gerecht wirst, ist es umso wichtiger, die Qualifikationen, die du bereits hast, hervorzuheben. Fokussiere dich in deiner Bewerbung auf das, was du wirklich gut kannst und was eine Bereicherung für das Unternehmen wäre. Die beste Möglichkeit ist es, konkrete Beispiele und nicht nur deine Stärken zu nennen. Gute Kenntnisse im Projektmanagement standen in der Stellenanzeige im Fokus? Dann nenne am besten ein paar erfolgreiche Projekte, an denen du beteiligt warst und führe Beispiele dazu an. 

2. Werte und Visionen des Unternehmens 

Für ein Unternehmen sind nicht nur deine Fachkenntnisse, sondern auch deine Arbeitsweise und Werte wichtig. Passen diese gut zu den Werten und der Kultur des Unternehmens?  Führe ruhig an, wieso genau du in das Unternehmen passt - vertrittst du ähnliche Werte wie das Unternehmen oder blühst z.B. in einer eher lockeren Unternehmenskultur voll auf? Ziehe Gemeinsamkeiten zwischen dir und dem Unternehmen und überzeuge Personalverantwortliche so davon, dass du perfekt für den Job bist. 

3. Kompensieren und Lernbereitschaft 

Sind es Qualifikationen, die du auch im Job lernen kannst oder brauchst du eine Ausbildung dafür? Wenn Ersteres der Fall ist, solltest du deine Lernbereitschaft in den Vordergrund stellen - lass das Unternehmen wissen, dass du bereit bist, dazuzulernen und dich auch im Unternehmen weiterentwickeln willst. Oft kannst du auch bestimmte Qualifikationen durch andere kompensieren, z.B. wenn du zwar noch nie ein Projekt geleitet hast, aber Teil des Schulball Komitees in deiner Schule warst oder im Betriebsrat deines alten Jobs organisatorisch mitgewirkt hast. 

Fazit

Bestimmte Muss-Anforderungen musst du einfach erfüllen, da du z.B. ohne Führerschein nicht Paketfahrer werden kannst. Bei vielen Soll-Anforderungen hingegen hast du viel mehr Spielraum und kannst mit den richtigen Argumenten und Beispielen trotzdem den Job bekommen. Bewirb dich also ruhig auch bei Stellen, die zwar größtenteils, aber nicht ganz zu dir passen und versuch dein Glück - mehr als ein Nein, kann es nicht werden! 

Ausschließlich aufgrund der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Alle Personenbezeichnungen sind demnach geschlechtsneutral zu verstehen.

Tipps für deine erfolgreiche Bewerbung!

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