Gutes Feedback: 9 Tipps Wie Du Richtig Feedback Gibst

von

Aktualisiert: 29.03.2022 Lesedauer: ca 5min

Frau gibt anderer Frau gutes Feedback

Ob in der Schule, der Universität oder der Arbeit – Fast jeder von uns hat sich schon einmal in so einer Situation wiedergefunden, in der er Feedback geben oder entgegennehmen musste. Es dient vor allem dazu seine Stärken und Schwächen zu erkennen, indem man die eigenen Leistungen durch die Augen seiner Mitschülerinnen, Kommilitoninnen oder Arbeitskolleginnen sieht. Feedback ist deshalb ein wichtiges Tool um sich selbst weiterzuentwickeln zu können oder anderen dabei zu helfen. Allerdings ist es gar nicht so leicht, wirklich gutes Feedback zu geben: einerseits möchte man das Gegenüber nicht verletzen, andererseits sollte die Kritik klar und unmissverständlich sein. Mit unseren 10 Tipps lernst du jetzt, wie du ganz einfach konstruktives und hilfreiches Feedback geben kannst!

1. Bleib positiv!

Wenn du deinem Gegenüber gutes Feedback geben möchtest, dann musst du dir zunächst erneut vor Augen halten, was du mit deinen Kommentaren erreichen möchtest: Du willst ihm/ihr dabei helfen, sich selbst, seine/ihre Arbeit oder auch seine/ihre Situation zu verbessern.

Dein Feedback startest du deshalb am besten mit einem positiven Kommentar. Damit drückst du deinen Respekt für seine/ihre Leistungen aus und stärkst sein/ihr Selbstbewusstsein. Des Weiteren solltest du mindestens genauso viele positive wie negative Dinge über dein Gegenüber sagen. Positives Feedback stimuliert nämlich den Belohnungsteil des Gehirns, der dafür sorgt, dass der Feedback-Nehmer deinen Kommentaren gegenüber offen bleibt, auch wenn du danach negative Kritik äußerst. Überwiegend negative Kommentare können dagegen einschüchternd und erniedrigend auf die Feedback-Nehmerin wirken, welche sich dann allen weiteren Kommentaren gegenüber automatisch verschließt.

#hokifyexpertentipp: Eine gute Möglichkeit dafür ist das Feedback-Sandwich: Wenn du Feedback gibst, beginnst du mit einem positiven Aspekt, nennst dann etwas, das Verbesserungspotenzial hat und sagst zum Schluss noch einmal etwas Positives.

2. Wähle die richtige Umgebung!

Auch wenn viele Menschen gerne öffentlich Komplimente erhalten, schätzen es die Wenigsten, wenn man sie in der Öffentlichkeit bloßstellt. Solltest du also jemandem negatives Feedback geben wollen, dann versuche dafür einen privaten Raum zu finden, in dem ihr weder belauscht noch unterbrochen werden könntet. Du wirst sehen, dass dein Gegenüber den respektvollen Umgang zu schätzen weiß und dein Feedback dadurch besser aufnehmen wird. Auch solltest du einen Moment wählen, in dem ihr ruhig und sachlich miteinander sprechen könnt - ist das Gespräch emotionale aufgeladen, gestresst oder hat bereits eine negative Grundstimmung, ist das weder für dich noch für dein Gegenüber angenehm oder konstruktiv.

3. Sei spezifisch!

Im Allgemeinen wird Feedback besser verstanden und ist für den Feedback-Nehmer viel nachvollziehbarer, wenn es sich auf spezifische Dinge bezieht. Zudem solltest du in deinem Feedback nur die Dinge ansprechen, die der Feedback-Nehmer auch verändern kann! Versuche also mit deinem Feedback immer klar zu stellen, welche konkreten Dinge verbessert werden können.

Sollte der Feedback-Nehmer beispielsweise gerade eine Präsentation gehalten und nur auf seinen Text gestarrt haben, dann kannst du etwas sagen wie: „Du hast zu wenig ins Publikum geschaut, achte beim nächsten Mal darauf mehr Blickkontakt herzustellen.“ Natürlich kannst du das negative Feedback auch positiv formulieren, wie beispielsweise: „Deine Präsentation war sehr aufschlussreich und es wäre super wenn du beim nächsten Mal noch häufiger ins Publikum schauen würdest.“ Beide Varianten eignen sich, um gutes Feedback zu geben.

4. Sei schnell!

Wenn du jemandem auf eine konkrete Tätigkeit Feedback geben möchtest, dann ist der beste Zeitpunkt dafür direkt nachdem diese vom Feedback-Nehmer durchgeführt wurde. Wartest du mit deinem Feedback bis zum nächsten Tag oder sogar der nächsten Woche, dann bestehen zwei Risiken: Zum Einen, dass du dein eigenes Feedback vergisst und zum Anderen, dass der Feedback-Empfänger gar nicht nachvollziehen kann, wovon du sprichst. Also sei schnell und gib dein Feedback lieber direkt!

5. Sei konstruktiv!

Die Linie zwischen "brutal ehrlich" und "einfach nur brutal" ist oft sehr fein und kann leicht überschritten werden. Der Sinn von Feedback ist immer die Verbesserung der Situation. Deshalb solltest du nur Feedback geben, das auch wirklich dabei hilft, die Situation zu verbessern. Oft hilft es, sich in den Anderen hineinzuversetzen: Würde mir diese Kritik in der Situation helfen? Könnte ich daraufhin etwas verbessern? Nur wenn die Antwort "Ja" lautet, solltest du dein Feedback aussprechen.

#hokifyexpertentipp: Dinge, die von deinem Gegenüber nicht binnen 5 Minuten oder bei nächster Gelegenheit geändert werden können, solltest du nicht negativ kritisieren. Das betrifft vor allem körperliche Merkmale wie Stimme, Größe, Körpergewicht, Figur etc. In den meisten Fällen kann die Person nichts dafür und auch nichts dagegen tun, deshalb führt deine Kritik nur dazu, dass sie sich schlecht fühlt oder eingeschüchtert ist.

Außerdem solltest du deine Feedback-Kommentare sorgfältig auswählen und mit Bedacht formulieren. Der Ton macht die Musik: du kannst ehrlich, aber trotzdem respektvoll und höflich bleiben. Niemand hört gerne, dass seine Leistung "Blödsinn", "unnötig" oder "schwach" war - wenn du aber "beim nächsten Mal etwas verbessern" oder "etwas mehr darauf achten" sollst, ist es um einiges einfacher, die Verbesserungen auch umzusetzen.

6. Mach es regelmäßig!

Damit sich jemand mithilfe von Feedback weiterentwickeln kann, muss er oder sie Feedback immer wieder in regelmäßigen Abständen erhalten. Die Regelmäßigkeit des Feedbacks ist sehr wichtig für den Entwicklungsprozess des Feedback-Empfängers. Mit jedem neuen Feedback entwickelt sich der Feedback-Empfänger weiter, weshalb auch das Feedback selber konstant weiterentwickelt und an den Entwicklungsstand des Empfängers angepasst werden muss. Dieser regelmäßige Feedback-Prozess sollte nicht unterbrochen werden bis die Entwicklung abgeschlossen ist.

#hokifyexpertentipp: Bitte gib dein Feedback nur, wenn dein Gegenüber das auch möchte! Wer unerwünscht regelmäßig Feedback gibt, wird schnell als Besserwisser wahrgenommen. Besprich also vorher mit der anderen Person, ob Feedback erwünscht ist.

7. Sei vorbereitet!

Bevor du jemandem Feedback gibst, wäre es gut alle deine Gedanken zum Thema aufzuschreiben und zu sortieren. Danach entscheidest du, welche Punkte dir am wichtigsten sind und versuchst diese in ein konstruktives Feedback umzuwandeln. Dadurch behältst du den Überblick und gibst auch dem Feedback-Nehmer eine klare Struktur, die er/sie leichter nachvollziehen kann.

8. Bleib im Singular!

Es ist sehr wichtig, dass du dein Feedback nur aus der „Ich“-Perspektive gibst. Dadurch sprichst du nur für dich - nicht für die Allgemeinheit - und unterbreitest ausschließlich deine persönliche Meinung. So fühlt sich der Feedback-Nehmer auf einer Ebene mit dir und nicht von „allen“ in eine Ecke gedrängt. Außerdem kann es sein, dass andere Personen andere Meinungen haben: nur weil du einen gewissen Punkt nicht so gut findest, heißt das nicht, dass das auch für andere Personen gilt.

9. Mach Vorschläge!

Zu einem guten Feedback gehört zunächst, dass du dem Feedback-Empfänger aus deiner Perspektive erläuterst, was er/sie gut oder auch schlecht gemacht hat. Wenn du negatives Feedback gibst ist es zudem äußerst wichtig, dass du dem Feedback-Nehmer einen oder mehrere Verbesserungsvorschläge unterbreitest. Diese sollen ihm/ihr einen Weg zeigen, wie sie sich konkret verbessern und weiterentwickeln können. Auch hier gilt: bleib konstruktiv, realistisch und respektvoll.

10. Begib dich auf die andere Seite!

Um gutes Feedback geben zu können, muss man auch ab und zu selbst Feedback bekommen. Egal ob positiv oder negativ, aus deinen eigenen Erfahrungen als Feedback-Empfängerin kannst du gut ableiten, wie man Feedback (nicht) geben sollte. Hast du dich nach deinem letzten Feedback gut oder schlecht gefühlt? Was hat die Person gesagt, das dir wirklich geholfen hat? Womit konntest du vielleicht nicht so viel anfangen? Selbstreflexion hilft dabei, aus deinen eigenen Erfahrungen zu lernen und selbst besseres Feedback zu geben.

Fazit

Feedback zu geben kann manchmal sogar schwieriger sein, als es entgegenzunehmen. Damit du gutes, nützliches Feedback geben kannst, ist es wichtig, respektvoll, konstruktiv und höflich zu bleiben. Positive Formulierungen, Vorschläge und die "Ich"-Perspektive sorgen dafür, dass auch negativ Kritik gut aufgenommen werden kann. Frag dich immer, was für dich in der Situation hilfreich sein kann und verhalte dich so, wie du es dir auch von jemandem wünschen würdest der dir Feedback gibt.

Julia ist gut darin, die Schwerkraft auszutricksen und schlecht darin, Zimmerpflanzen am Leben zu halten. Ihre Leidenschaft für Sprache hat sie über die Tourismusindustrie zur Kommunikationsbranche geführt, wo sie derzeit ihr Masterstudium absolviert. In den hokify Karriere-Tipps versorgt sie dich regelmäßig mit den wichtigsten Tipps, Tricks und Infos rund um den Arbeitsalltag (inklusive dessen rechtlichen Regelungen) und den Arbeitsmarkt, damit du hoffentlich informierter in dein Berufsleben startest, als sie es anfangs war.

Ausschließlich zum Zweck der besseren Lesbarkeit wird auf die durchgängige gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Alle Personenbezeichnungen auf dieser Seite sind somit geschlechtsneutral zu verstehen.

Tipps für deine erfolgreiche Bewerbung!

Mehr zum Thema Bewerbung & Lebenslauf

Interessante Artikel zum Thema Bewerbung & Lebenslauf

Mehr Karriere-Tipps