Coronavirus und Arbeitsrecht

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Es fing Alles mit einer öffentlichen Bekanntmachung der World Heath Organization (WHO) am 31. Dezember an. Es seien mehrere Fälle einer Lungenentzündung in Wuhan, China diagnostiziert worden. Soweit so schlecht, doch für die meisten Deutschen war es erstmal nur eine kurze Schlagzeile im morgendlichen (sozialen) Medien-Dschungel, nur eine weitere Nachricht unter Tausenden. Damals konnten wir es noch aus der Ferne betrachten und bereiteten uns unterschiedlich vor. Während die Einen Einkäufe für gefühlt 30 Personen hamsterten, sammelten Andere bereits haufenweise Likes mit witzigen Bildern und Videos. Doch nun müssen wir den Tatsachen ins Auge blicken: Das Coronavirus hat Deutschland erreicht.

Was wir bis jetzt wissen – Stand 10.4.2020:

  • Mittlerweile sind es laute dem Robert-Koch-Institut 113.525 bekannte Fälle in Deutschland, Tendenz steigend (10.4.2020 – 00:00).
  • Alle Deutschen die sich derzeit im Ausland befinden sind dazu aufgefordert, die Heimreise anzutreten, Dienstreisen sollen auf das absolut notwendige Minimum reduziert werden.
  • Veranstalter sind dazu aufgefordert, Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern abzusagen.
  • Alle Firmen sind dazu angehalten, ihren Mitarbeitern Home-Office zu ermöglichen.
  • Auch vor der internationalen Politik zeigt der Coronavirus keinen Scham, denn Donald Trump verhängt ein 30-tägiges, strenges Einreiseverbot für Europa.
  • Doch die bisher traurigste Nachricht: 2.373 bestätigte Todesfälle.

  • Viele deutsche Arbeitnehmer stehen jetzt vor einem inneren Konflikt und viele stellen sich die gleichen Fragen: Ist der Weg zur Arbeit überhaupt noch sicher, vor Allem mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Sollte ich lieber Home-Office machen? Was passiert mit meinem Job, wenn mein Zuhause oder mein Arbeitsplatz von einer Quarantäne betroffen sein sollte? Wir wollen Antworten geben, was arbeitsrechtlich drin ist und was nicht.

    Wenn Quarantänen das Leben einschränken

    Derzeit ein Horrorszenario für viele Mitbürger: Mehrere Wochen isoliert in Quarantäne gesteckt zu werden. Keine Sozialen Kontakte, raus darf man logischerweise auch nicht und zur Arbeit zu gehen ist sowieso Wunschdenken. Das Problem ist, dass man sich nicht aussuchen kann, wo solche Sperrzonen verhängt werden und so kann es passieren, dass man von heute auf morgen ein Gefangener in den eigenen vier Wänden wird. An und für sich schon sehr suboptimal fürs Gemüt, doch was passiert jetzt mit dem Job?

    Arbeitsrechtlich gesehen ist das ein Dienstverhinderungsgrund. Hier gilt: Kommunikation ist das A und O. Schritt 1 sollte hier immer die direkte Kontaktaufnahme mit dem Vorgesetzten sein, um alles Weitere zu klären. Im Optimalfall sollte Homeoffice möglich und genehmigt sein.

    Angst vs. Verpflichtungen

    Wo gehobelt wird, fallen Späne und so ist es selbstverständlich und nur natürlich, dass viele Menschen sich unwohl oder sogar unsicher fühlen, den Arbeitsplatz aufzusuchen. Vor Allem was öffentliche Verkehrsmittel angeht läuft vielen Arbeitnehmern ein kalter Schauer über den Rücken. Doch wie kann man Vorsicht und Verpflichtungen unter einen Hut bringen?
    Erstmal die Ernüchterung: Laut dem Arbeitsrecht darf ein Arbeitnehmer NICHT eigenmächtig zuhause bleiben, wenn keine konkrete Ansteckungsgefahr besteht. Natürlich möchte sich niemand anstecken, doch die Welt muss sich auch nach dem Virus weiterdrehen. Wir haben Alle Verpflichtungen, denen wir der Situation entsprechend nachkommen müssen. Doch auch hier gilt: Reden! Wer sich unwohl am Arbeitsplatz fühlt, sollte dies sofort mit dem Vorgesetzten klären und eine Lösung finden, mit der beide Parteien zufrieden sind. Denn auch der Arbeitgeber hat Verpflichtungen und zu denen zählt auf jeden Fall das Wohlergehen der Mitarbeiter.

    Finanzielle Absicherung

    Ok, ich bin in Quarantäne und kann meinen beruflichen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen – Habe ich trotzdem Anspruch auf ein Arbeitsentgelt? Die Antwort ist ganz klar: JA. In den ersten sechs Wochen Quarantänezeit erhält man laut § 56 des Infektions¬schutz-gesetzes eine Entschädigung in der Höhe des Nettogehalts. Die Kosten für den Arbeitgeber werden dabei vom Gesundheitsamt erstattet. Sollte die Quarantäne länger als sechs Wochen dauern, erhalten Arbeitnehmer eine Auszahlung, die sich nach der Höhe des Krankengeldanspruchs richtet.

    Selbstständige können hier ebenfalls mit einer Entschädigung vom Gesundheitsamt rechnen. Die Höhe richtet sich nach dem Gesamteinkommen des letzten Jahres.

    Fazit

    Was als kleine Nachricht aus Wuhan, China begann, hat sich mittlerweile zu einer globalen Herausforderung entwickelt. Das Coronavirus hat uns bereits stark eingeschränkt und wird es vermutlich noch weiterhin tun. Das Beste, was wir als Bevölkerung jetzt tun können? Keine Panik haben oder verbreiten und sich so gut wie möglich auf die kommenden Wochen vorzubereiten. Doch ein paar Wochen sind eine lange Zeit und wir müssen gemeinsam gewährleisten, dass unsere Wirtschaft auch nach dieser Ausnahmesituation wieder weiterläuft.

    Die Kommunikation mit der Firma ist dabei das A und O, um alle Details in dieser Zeit zu klären. Es ist eine Ausnahmesituation und die Firma und deren Arbeitnehmer müssen sich einigen, wie man damit umgeht. Den Arbeitsplatz wird es im Bestfall nach dem Coronavirus auch noch geben und darum ist es unerlässlich, dass sich beide Parteien danach noch wohl miteinander fühlen. Wir sitzen alle im selben Boot und darum sollten Arbeitgeber und -nehmer zusammenarbeiten, um diese schweren Zeiten gemeinsam zu überstehen.

    Für alle Eltern, die derzeit noch den Arbeitsplatz aufsuchen müssen und Bedarf an Kinderbetreuern haben gibt es ab sofort auch die hokify Nachbarschaftshilfe. Hier können alle Interessierten kostenlos Inserate schalten, um passende Kinderbetreuer zu finden.

    Alle Infos dazu hier: https://hokify.de/a/kostenlose-suche-kinderbetreuung-hokify-2020


    Auch nicht schlecht:

    https://www.focus.de/finanzen/recht/jurist-beantwortet-fragen-zum-coronavirus-wer-aus-dem-haus-geht-wandert-ins-gefaengnis-was-sie-zur-quarantaene-wissen-muessen_id_11744033.html

    https://www.test.de/FAQ-Corona-Job-Recht-Reisen-Vertraege-Diese-Rechte-haben-Verbraucher-5592946-0/#question-13

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